Rhein-Erft-Rundschau

Rhein-Erft-Rundschau - 15.09.2014 - Oliver Tripp

Hoffnung auf Gänsehaut

Chor und Musiker des Jugendzentrums Capo freuen sich auf den Auftritt mit dem Sinfonieorchester Bergheim. Bei der „Capo Night of Rock“ werden Songs aus mehr als 30 Jahren Rockgeschichte präsentiert.

Das Projekt ist einzigartig. Wenn am Wochenende, Samstag, 20. September, und Sonntag, 21. September, im Medio Rhein-Erft die „Capo Night of Rock“ Songs aus mehr als 30 Jahren Rockgeschichte präsentiert werden, gibt es eine Besetzung, wie es sie so vorher noch nicht gegeben hat. Auf der Bühne stehen dann Chor, Solisten und Musiker von „Recovered Dimension“, dem Musikprojekt im Jugendzentrum Capo.

Zwar gab es Ähnliches schon im Jahr 2000 oder 2003 gegeben, erinnert sich der Geschäftsführer des Chorprojektes, Klaus Rothe. Aber die Besetzung junger Leute habe sich bis auf wenige Urgesteine geändert, und es habe noch kein Rockprojekt gegeben, bei dem neben der eigenen Rhythmusgruppe und den Bläsern das Sinfonieorchester der Stadt Bergheim die Musik mache, ergänzt der musikalische Leiter Christoph Eisenbarth. „Ein Auftritt unserer großen Laiengruppe im professionellen Ambiente des Medio zusammen mit einem großen Orchester: Da werden bestimmt Erinnerungen mit Gänsehaut bleiben“, prophezeit Eisenbarth. Die Arrangements von Rocksongs wie John Miles’ „Music“, Udo Lindenbergs „Cello“, „Sound of Silence“ oder „Who wants to live forever“ und viele andere Ohrwürmer für die semiprofessionellen Musiker unter der Leitung von Franz-Josef Stürmer stammten aus Eisenbarts Feder.

Mittels der eigens für den Zweck angeschafften Software habe Eisenbarth jede der Stimmen für die Instrumentengruppen notiert, sagt Rothe. Seit 2011 laufen die Vorbereitungen für den großen Auftritt mit dem Orchester mit der Ausbildung des neu formierten Chores, Casting der Solostimmen und Proben, Proben, Proben. Darauf, gar nicht so wenige junge Leute an die Musik herangeführt zu haben, bei denen die Musik zunächst „nicht auf dem Lebensplan“ gestanden habe, ist Eisenbarth stolz.

Von der 17-jährigen Laura Wilbert und der dreizehnjährigen Lara Walter erntet Eisenbarth Zustimmung. Ohne ihren ersten Besuch vor drei Jahren im Capo hätte sie wahrscheinlich nie angefangen Gitarre zu spielen oder zu singen. Jetzt habe ihr ihre Großmutter sogar eine eigene Gitarre geschenkt. Zwar reiche es noch nicht für einen Soloauftritt, die regelmäßige Chorprobe gehöre aber nun zum Alltag dazu, erzählt Laura.

„Allerdings war es am Anfang nicht einfach, beim Singen die richtige Tonhöhe zu treffen, und das Englisch war nicht einfach“, gibt sie zu. Da habe ihr am besten „Zuhören und Mitsingen“ geholfen. Auch Laura Schumacher erzählt, neben der Blockflöte in der Grundschule kaum Bezug zum Musizieren gehabt zu haben. Seit sieben Jahren lerne sie im Capo Gitarre spielen und wage sich seit einem halben Jahr ans Klavier.

Längst haben alle ihre Texte auswendig gelernt, und auch das Zusammenspiel mit den Musikern sitzt. Jetzt in den heißen Probenwochen vor dem Auftritt geht es in Einzel- und Chorproben um den Feinschliff. Auch das Zusammenspiel mit dem Orchester wird noch intensiv geübt.

Der älteste der Sänger, Simon Zander, gibt mit viel Schmelz Phil Collins' „You'll be in my Heart“ zum Besten. „Ich bin nur die Zweitbesetzung“, zuckt er die Achseln, trotz des Zuspruchs, den er von den anderen erntet. Zu „21 Guns“ der US-Punk-Band „Green Day“ reichen sich Nina Aleth, Tamara Giesen und Martin Freihals das Mikrofon von Strophe zu Strophe weiter.

Der Gesang der drei jungen Leute und die Band verleihen dem Stück schon einige Dramatik. Ein großes Orchester könnte den düsteren Unterton des heroischen Stückes noch eindrucksvoller unterstreichen, ahnen die Zuhörer der Proben vor einigen Wochen.

Oben im Hauptsaal des katholischen Pfarrheimes St.-Willibrord hat sich der Chor zur Probe versammelt, wieder geht es um das Zusammenspiel zwischen Solisten und dem Ensemble, Eisenbarth leitet den Gesang an der Gitarre an. Auch hier blättert niemand in den Noten, die jungen Leute sind hochkonzentriert. Und wenn Sopranistin Sandra Tyralla „Joyful Joyful“ aus „Sister Act II“ rappt, schließt sich die Antwort des Chor direkt an. „Viele verschiedene Leute, die trotzdem eine große Gemeinschaft bilden“, das demokratische Casting der Solisten und nicht zuletzt die bunte Mischung der Musik, „nicht nur Kirchliches“, zeichne „Recovered Dimension“ aus, sagt Tyralla.

Kriterien, die sie trotz zeitweiliger Schnupperphasen in anderen Chören seit 20 Jahren für den jungen Chor begeisterten.

Nächster Probentermin

    01 Sep 2018

    Probe 15:00 - 18:00

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